Rückblick: EAMKON 2010
Informationsplattform Enterprise Architecture Management
Auf dem zweiten EAMKON, das Branchenevent zum Thema Enterprise Architecture Management, den die NetAcad in Stuttgart veranstaltete, haben 20 hochkarätige Referenten aus der Praxis in einem abwechslungsreichen Programm Modelle, Prozesse und Governance im Umfeld des Enterprise Architecture Managements aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Hierbei zeigten Anwender unter anderem von der Deutschen Post, Bayer Healthcare (BHC) und der Vattenfall Europe AG in praxisbezogenen Vorträgen aktuelle Trends in der Unternehmensarchitektur auf und unterzogen diese einer kritischen Bestandsaufnahme.
Mehr als 50 Konferenzteilnehmer aus führenden Unternehmen diskutierten zwei Tage lang über die Herausforderung Business und IT zusammen zu bringen. Es wurde deutlich, dass die Rolle eines IT-Architekten sehr komplex ist. IT-Verantwortliche sind zunehmend gefordert strategische Überlegungen anzustellen und dabei zukunftsweisende Entscheidungen für die Ausrichtung der IT-Architekturen zu treffen.
Im Mittelpunkt der zweitägigen Veranstaltung standen die Themen Governance in der Organisation und IT sowie EAM-Frameworks. Neben der Frage nach einer effizienten unternehmensinternen EAM Inhouse Vermarktung beleuchteten die Experten auch den Nutzen von EAM in Zeiten der Krise. Effizienz und Kosteneinsparung im Business, Aufbau neuer Geschäftsmodelle und die Unterstützung bei der Unternehmens-umstrukturierung oder M&A Szenarien standen hierbei im Fokus. Weiterer Themenschwerpunkt war das Zusammenspiel von SOA und EAM sein sowie das Thema Business Capabilities.
Peter Petschownik,Nokia Siemens Networks, sprach am ersten Kongresstag über die Anwendung von EAM für Integration Szenarios bei M&A. Wie man sich auf das Wesentliche fokussiert und ein Architekturmanagement effizient kommuniziert erläuterte Gerald Wieder, Vattenfall Europe AG. Er berichtete von den positiven Erfahrungen mit EA Modellen Kostentransparenz zu schaffen.
Matilda Anello sprach über EA als Enabler für Wettbewerbsvorteile bei der Credit Suisse.
Jochen Hagen, Deutsche Post AG, zeigte auf wie das Ziel die Architektur-Governance durch Integration der Business Architektur in die Application-Life-Cycle-Prozesse in der Praxis umgesetzt wird. Armin Stanke veranschaulichte seine Erfahrungen einer schrittweise, erfolgreichen EAM-Einführung bei der Volkswagen Financial Services AG. Das Zusammenspiel von SOA-Governance und EAM sowie die Einordnung von EAM in die verschiedenen Architekturebenen des Unternehmens wurden bei seinem Vortrag hervorgehoben.
Dass es sich bei Capabilities um eine einfache aber sehr mächtige Vorgehensweise handelt, präsentierte Wolfgang Keller (objectarchitects). Er vermittelte den Teilnehmern, dass die Arbeit mit Capabilities mehr als nur ein Buzzword sei. Das IT-Business Alignment könne so besser unterstützt werden, als mit derzeit verbreiteten Architekturvorgehensweisen ohne Capabilities, so Keller.
Über eine Sammlung von Good Practices zur Gestaltung der EA Managementfunktion von Unternehmen berichtete Sabine Buckl, TU München (sebis). Sie stellte einen Leitfaden zur Entwicklung eines unternehmensspezifischen EA Managements vor. Neben der Präsentation von Good Practices international agierender Unternehmen, erläuterte Frau Buckl typische Konsequenzen von Entwurfsentscheidungen der Managementfunktion.
Zum Themenschwerpunkt Modernisierung in der Verwaltung am zweiten Kongresstag berichteten Dr. Christian Mrugalla, Bundesministerium des Inneren und Dr. Wilhelm Weisweber von der Deutsche Rentenversicherung Bund. Sie sprachen unter anderem über Ihre Erfahrungen mit der Einführung von Service-Orientierten Architekturen (SOA) in einer großen Behörde.
Michael Glatz, Bundesrechenzentrum GmbH veranschaulichte, warum SOA nur die halbe Miete ist und wie EAM die offenen Herausforderungen adressiert. An Hand von Praxisbeispielen erläuterte er EAM und SOA im Österreichischen Bundesministerium für Justiz.
Wie Enterprise Architecture als Basis für nachhaltiges Kostenmanagement bei der Heidelberg Druckmaschinen AG genutzt wird, schilderte Josef Attman. Hierbei zeigte er auf, welche Herausforderungen an das IT Controlling gestellt und wie EAM integriert werden kann. Er sprach vom Zusammenwachsen von IT-Controlling und EAM.
Holger Brühl berichtete über seine Erfahrungen mit der Einführung eines Standard Management Prozesses und Application Portfolios bei Bayer Healthcare (BHC).
Die Vorträge gaben einen sehr guten Überblick der aktuellen Trends im EAM Umfeld und zeigten auf, dass nur EAM Abteilungen dauerhaft erfolgreich sind, die sich als Business Partner etabliert haben.
Ich freue mich, Sie auf dem 3. EAMKON in Stuttgart persönlich begrüßen zu dürfen.